Bei der Hydrothermalen Carbonisierung setzt man Biomasse normalerweise mehrere Stunden in Wasser hohen Temperaturen von 160–250 °C aus. Um das Wasser dabei nicht zu verdampfen, findet die Umsetzung unter erhöhtem Druck von etwa 10–60 bar statt. Unter diesen Bedingungen wird aus den Kohlehydraten der Biomasse Wasser abgespalten und aus den entstehenden Fragmenten werden neue Strukturen aufgebaut. Nach der Trocknung des dabei entstehenden Kohleschlamms erhält man eine vielseitig einsetzbare Biokohle.

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung war es möglich, die Zeit für die Umwandlung von Biomasse zu Kohle von mehreren Stunden auf 90 Minuten zu verringern. Durch diese Beschleunigung kann der Prozess in wesentlich kleineren und effizienteren Anlagen als bisher durchgeführt werden.

Im Unterschied zur bis dahin praktizierten chargenweisen Reaktionsführung („Batch-Betrieb“), wie sie auch die übliche Methode im Labor darstellt, arbeitet der CS-Gegenstromreaktor als Kernstück der carbonSolutions-Technologie in vollständig kontinuierlicher Arbeitsweise.

Mit der Versuchsanlage am Standort Teltow ist im Oktober 2010 der Prototyp einer solchen CS-HTC90™-Anlage erfolgreich in Betrieb gegangen. Sie ist umfassend als Abfallbehandlungsanlage nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt und stellt die Plattform für eine ständige Weiterentwicklung der Technologie dar.